Dal Bhat power 24 hour - one toilet no shower

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Das ist also das Motto hier, ein Tag ohne Dal Bhat ist quasi ein verlorener Tag. Ursprünglich wollten wir den Annapurna Circuit gehen. Wir haben aber dann vom Manaslu Circuit erfahren, und uns dann für diesen entschieden: er gilt als größere Herausforderung, weit weniger touristisch (man darf nur mit Guide gehn) und zusätzlich war die Region stark vom Erdbeben 2015 betroffen (wir unterstützen also mit unserem Geld den Wiederaufbau).

hard facts: in 18 Tagen knapp 250 km zu Fuß, 16.984m hinauf, 14.922m hinunter, 16kg (Rob) bzw 12kg (Isa) Rucksack, jeder 47 Liter Chlorwasser + 81 Tassen Tee + 1 hot chocolate + 1/2 espresso + 0,3 Liter Seabuckthorn Juice + 3x0,3 Liter Bier getrunken, jeder 18 Dal Bhat gegessen, keine einzige beheizte Unterkunft (wir wollten keinen Touri Trek und das hatten wir davon - und das wars wert!). Details über Duschen erspar ich euch ;-)

Es war eine goldrichtige Entscheidung! Wir fuhren mit dem Bus nach Soti Khola, das auf rund 600m liegt. Dort starteten wir ins Tsum Valley (vorwiegend buddhistisch) und wanderten bis kurz vor die Grenze zu Tibet nach Mu Gompa (Kloster das auf rund 3700m liegt). Es ging also vom tropischen Dschungel wo es sehr warm war rauf ins kalte Gebirge wo nur wenig wächst.

Dort trafen wir den Mönch und kehrten um, um dann bei Nyak Phedi (auf 1700m) ins Tal westlich reinzugehn. Hier holten wir uns eine deftige Lebensmittelvergiftung ab - "glücklicherweise" beide gleichzeitig: Mittag verließ mich total die Kraft und meine Beine taten sich sehr schwer bergauf, mein Rucksack fühlte sich um 10kg schwerer an. Beim Essen ein Blick auf das Fieberthermometer: 38,5 Grad - ab ins Bett, den Körper arbeiten lassen und möglichst jeden Feind im Inneren ausräuchern. 2h später hatte auch Isa Fieber. Wir blieben dort wo wir eigentlich nur Mittagessen wollten - aber immerhin haben wir einen halben Tag geschafft. Ein paar Tage später sollten wir uns dann gerne an diese wohlig warme Nacht erinnern - mit jedem Tag und Höhenmeter wurde es kälter. Glücklicherweise waren wir am nächsten Tag halbwegs fit und konnten weitergehen - etwas geschwächt natürlich, aber wir hatten keinen Tag verloren.

In Samagaon auf rund 3600m nutzten wir einen Zusatztag und gingen zum Punggen Kloster auf über 4000m, ehe wir am nächsten Tag weiter rauf wanderten. Es war mittlerweile schon so richtig richtig kalt geworden: wenn der Wind blies taten die Finger in den dicken Handschuhen weh und trotz 5 Schichten am Oberkörper schwitzte man manchmal gar nicht. Nach einem harten Tag gab es nach dem Abendessen oft nur die Möglichkeit sich hinzulegen und den Schlafsack zu geniessen - beim Herumsitzen kroch sehr rasch eine unbehagliche Kälte die Beine hoch und dann tat man sich schwer im Schlafsack eine angenehme Temperatur herzustellen. Die Stimmung war etwas angespannt weil es bewölkt war und sämtliche Guides meinten das sei unüblich und in den höheren Lagen würde es schneien. Auch Hubschraubereinsätze und Abtransporte von Trekkern trugen zu unserer Anspannung bei. Aber das sollte uns natürlich nicht aufhalten!

Bei der Überquerung des Larke Passes ging es uns recht gut (wir machten am Tag davor am Nachmittag Fleißaufgaben und gingen ca 300 Höhenmeter weiter nach oben zur Aklimatisation). Auf knapp über 5000m zeigt der Pass aber sein wahres Gesicht, und uns wird klar warum uns manche Leute dermaßen bewunderten: man geht nicht einfach hoch und runter! Man wandert ca 2,5h zwischen 5000 und 5100m ziemlich gerade dahin - und hier wird der Sauerstoff nur noch mit halbem Druck in die Lungenbläschen gepresst. Das zieht sich recht lange dahin, und mich hats wiedermal etwas erwischt: ich konnte mir aussuchen ob die zu geringe Menge Sauerstoff im Blut ins Hirn geht oder in die Oberschenkel: langsam gehen bzw wie leicht beschwipst dahintorkeln oder etwas schneller (wirklich kaum spürbar schneller) und dafür wie volltrunken herumwandeln - es war aber alles unter Kontrolle, nur viel weiter rauf hätte es an dem Tag nicht mehr gehn dürfen.

Der Abstieg ging dann eigentlich recht flott trotz kleineren Wehwehchen an den Knien. Eigentlich wollten wir anschließend den Annapurna Circuit dranhängen, aber die Guides haben uns abgeraten - wegen der Kälte und dem Schnee der natürlich nicht ungefährlich ist. Nun sind wir in Pokhara, haben unsere Sachen waschen lassen und uns organisiert und morgen gehts ab zum nächsten Trek: Poonhill - nicht ganz so hoch, nicht ganz so kalt ;-) Liebe Grüße in die Heimat und dorthin wo ihr diesen Beitrag gerade lest.  Zu den Bildern

Comments

Hans-Peter Kantner 3 months, 3 weeks ago

Cooool! Ja die Spinne schaut viel zu bunt aus! Lg aus Berlin, hier reichen 2 Schichten! 😊

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Vroni 3 months, 3 weeks ago

Wunderschöne Aufnahmen zu eurer 18tägigen Tour! Lg aus Abersee zurück

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Sandra 3 months, 3 weeks ago

Echt mordsmäßig coole Fotos!!!

Ihr seid so zache Hundling, des is ma nimma wurscht!!

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