Höhenrausch Teil 2 - oder: Wie Robert zum Speedy Gonzales Nepals wurde

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Ihr Lieben, wir melden uns zurück von weiteren 9 Tagen Trekking, diesmal ganz auf eigene Faust und es war natürlich wieder traumhaft schön. Wir sind in Nayapul gestartet, haben uns auf den Weg zum Poon Hill gemacht, sind über eine "new road" (also als Straße würde ich das jetzt nicht gerade bezeichnen...) nach Dobato und zum Muldai Peak gewandert, haben dort vom Hidden Lake erfahren - mussten also hin - haben die Route wie geplant nach Khopra Danda mit Tagesausflug zum Khaya Lake fortgesetzt und unsere Route über Tadapani und Ghandruk beendet, von wo wir uns einen knieschonenenden Bus ins Tal gönnten.

Und zu dem gesamten Ausflug möchte ich euch jetzt mal ein paar Eindrücke von sozusagen "hinter den Kulissen" liefern: Robert ist nämlich - seit seine Füsse hier in den Wanderschuhen stecken - hochmotiviert und nicht mehr zu bremsen.

Wir haben die Route gemeinsam geplant und immer wieder betont, dass wir das ganz gechillt durchziehen können, wir hatten ja schließlich keine zeitlichen Vorgaben bzw. keine Mitreisenden mehr. Aber statt mal einen Tag Pause einzulegen, konnte ich schon das Funkeln in seinen Augen sehen, als unser Gastgeber in Dobato vom Hidden Lake und seinem Freund erzählte, der dort eine einsame Lodge betreibt. Wir packen also einen 2-Tagesausflug mehr in unsere Tour und starten am nächsten Morgen los - Robert mit einer Leichtigkeit sondergleichen, ich - sagen wir mal - in normaler Schrittgeschwindigkeit. Ich wurde leider immer langsamer - es ging steil bergauf und war meeega-anstrengend! Es schien kein Ende in Sicht, null Energie, umkehren war auch keine Option mehr. Meine Gedanken gingen nur mehr bis zur nächsten Serpentine oder bis zum nächsten größeren Stein, drei Schritte, Pause, Schnaufm. Robs aufheiternde Worte (haha): "Geh gib ma hoid dein Rucksack, des bringts jo ah ned, wannst di du so plogst und i fadisier mi do!". Irgendwann, eine gefühlte Eeeeewigkeit später, waren wir dann da, das "Hidden Paradise" (unsere Unterkunft) auf 4000m lag direkt vor uns.

Zugegeben, an diesrm Tag konnte ich wirklich nicht nachvollziehen, was das verdammte Paradies hier sein sollte! Der Betreiber lebt hier mutterseelenallein, Familie und Freunde sind einen Tagesmarsch entfernt, Kontakt gibts nur via Telefon. Nachdem der Weg in keinem Wanderführer steht und in keiner Karte eingezeichnet ist, glauben wir auch nicht, dass hier allzu viele Touristen vorbeikommen. Unser Zimmer besteht aus zwei "Matratzen" auf Heuboden. Es gibt hier keinen Tisch und keinen Sessel (wir haben unser Dal Bhat draußen auf Steinen sitzend gegessen), ab dem frühen Nachmittag ist es saukalt und windig. Ich glaube, wir waren noch nie so früh im Bett.

Und kurze Zeit später war auch klar, womit mein Körper wahrscheinlich tagsüber schon gekämpft hat: Durchfall :-( Das heißt: zig Mal rausschälen aus Inlay und Schlafsack, rein in die Daunenjacke, mit Headlight und Klopapier ausstatten, raus aufs Asia-Stehklo. Das Wasser zum Spülen ist jedes Mal ein bisschen mehr gefroren... Am Rückweg Sternenhimmel bestaunen, der Mond beleuchtet die 8.000er rundherum - wooooooow - das entschädigt wirklich für Vieles!!

Am nächsten Morgen habe ich Speedy dann alleine zum Hidden Lake losgeschickt und wir sind zu Mittag gemeinsam weiter. Ich habe mich recht schnell erholt, so konnten wir den 10-Stunden-Tagestrek zum Khayer Lake auf 4.700m zwei Tage später wie geplant machen. Auch da ist Robert raufgelaufen wie auf "s'Zwöfaherndl" (sein Hausberg). Nicht zu stoppen der Typ ;-)

Es waren knapp über 100km die wir zu Fuss gegangen sind, meistens mit dem ganzen Gepäck, 8394m hoch und 7467m runter.

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Comments

Simone 5 months, 3 weeks ago

Hört sich trotz körperlicher Anstrengung bemerkenswert an. Alles Gute weiterhin ihr zwei

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