Ins Land einischaun ...

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Wir lassen nun den Norden des Landes hinter uns, kaufen uns ein Open Bus Ticket und fahren Richtung Süden. (Bei dem Ticket bezahlt man einmal, man kann in eine Richtung fahren und bei den wichtigsten Stopps beliebig lange verweilen).

Nachdem wir uns schon so lange auf wärmere Temperaturen freuen, lassen wir Ninh Binh aus und nehmen den Nachtbus nach Phong Nha.

Höhlenexpedition in Phong Nha
Mittlerweile sind wir schon Profis, um die Fahrt nachts halbwegs angenehm zu gestalten und uns um 4 Uhr in der Früh nicht übers Ohr haun zu lassen. Wir sind also  in Phong Nha gelandet, ein kleiner Ort um den erst in den letzten 10 Jahren zahlreiche Höhlen entdeckt wurden.
Bei unserer Entdeckungstour erzählt uns "Captain", dass er selbst vor Einzug des Tourismus davon lebte, im Dschungel jagen zu gehen. Er ist froh, jetzt als Guide arbeiten zu können.
Wir stapfen zuerst zwei Stunden durch tiefsten Urwald. Es hat maximale Luftfeuchtigkeit und wir kommen nur ganz selten an eine Lichtung, die uns erahnen lässt, was sich kilometerweit um uns befindet: nur grün! Jeder Baum, jede Pflanze, jedes Blatt ist einfach soooooo viel größer als daheim!
Wir waten knöcheltief durch Schlamm, später oberschenkeltief im blau-türkis schimmernden Fluss (wir haben uns Schuhe ausgeborgt, eine goldrichtige Entscheidung ;-) ). Wir klettern zuerst in einen "trockenen" (naja...) Cave mit zahlreichen Stalagniten und Stalagtiten, engen Gässchen, schroffen Wänden. 
Es ginge ewig weiter, uns reichen aber 700m. Wir machen kurz das Licht aus und genießen die Stille und totale Finsternis.
Nach einer kurzen Wanderung erkunden wir dann noch den "Elephant-Cave". Im atemberaubend schönen (erfrischenden brrrrr) Wasser schwimmend, mit Helm und Licht ausgestattet fühlen wir uns ein bisschen wie in einer James Bond Mission. Das war wirklich ziemlich cool!

Hue - erster Kaffee mit Joe und Luzia :-D
In Hue haben wir Besuch von daheim bekommen und uns natürlich sehr gefreut, in so guter Gesellschaft das ein oder andere Bierchen zu schlürfen.
Wir haben uns in der berühmten Zitadelle der Nguyen Dynastie verloren und die Pagoden der Umgebung mit dem Drahtesel (eine andere Bezeichnung haben die Leihräder hier wirklich nicht verdient) erkundet. Umso beachtlicher, dass wir ganze 30 Kilometer damit zurückgelegt haben.
Für den Weg nach Hoi An haben wir uns zu viert ein Taxi geleistet und so Stopps am Beach, am Pass und den Marble Mountains eingelegt.
Zugegeben, die grünen Hügel sind schon sehr touristisch und für den Ausblick auf die Stadt mit zahlreichen Baustellen rundherum muss man eigentlich nicht bezahlen, aber die Pagode, die in den Berg in eine Höhle gebaut wurde und bei der andächtige Musik spielt, hat mich dann doch ziemlich von den Socken gehauen! ;-)

Hoi An - Schneiderparadies, und endlich Meer!!!
Hoi An ist ein zuckersüßes Städtchen, wir vier waren uns einig, dass man hier locker eine ganze Woche bleiben kann.
Wir haben wieder eine total herzige "Mama" im Homestay erwischt, die uns mit tollen Tipps zu typischem Essen und einem guten Schneider versorgt hat. 
So haben wir unsere Männer über Nacht mit maßgeschneiderten Hemden und Lederschuhen glücklich gemacht. Irgendwo müssen da Millionen Nähmaschinen im Hintergrund rattern!
Und wir konnten endlich ins Meer hüpfen! Welche Weltreisenden lassen sich damit bitte 4 Monate Zeit? Verrückt! Dafür wars dann umso schöner :-)
Abends ertstrahlt Hoi An mit lampionbehangenen Booten und viiiiieeelen bunten Lichtern am Fluss. Seeeeehr romantisch. Man kann durch verwinkelte Gässchen schlendern, am Nachtmarkt Souveniers shoppen, sich Froschschenkel grillen lassen oder einfach die Livemusik genießen.
Eine Autostunde entfernt liegt My Son, eine Tempelanlage aus dem 10. Jahrhundert (ein kleines Angkor Wat), das wir uns noch vor Eintreffen der ganzen Touristenbusse angesehn haben. Sehr beeindruckend, obwohl durch die vielen Kriege schon viel zerstört wurde. 
Trotzdem kann man sich richtig gut hineinversetzen und den Flair der alten Zeit verspüren. Das frühe Aufstehen hat sich definitiv gelohnt (gö, Luz?)!

Gemüsiges Dalat mit kurzem Zwischenstopp in Nha Trang
Nächster Halt war Dalat, mit Umsteigen in Nha Trang. Wir hatten gerade Zeit für einen Kaffee und einen kurzen Spaziergang am Strand, wo um 6 Uhr früh bereits zahlreiche Vietnamesen dem Morgensport fröhnen.
Dalat im Westen hat etwas kühlere Temperaturen (für uns immer noch heiß) und lebt von Gemüse-/Obstanbau und Kaffeeplantagen. Durch die bergige Landschaft muss vieles per Hand erarbeitet werden. 
Wir haben außerdem eine Seidenfabrik gesehen (sehr faszinierend, wie Maschinen und Arbeiterinnen diese allerfeinsten Fäden der nicht so ansehnlichen weißen Raupe entwirren und aufspulen) und in einer Cricket-Farm Heimchen geknuspert - gar nicht schlecht, mit ein bisschen Chilisauce verfeinert ;-)

Mui Ne ...und wie wir mit der Polizei "Freundschaft" geschlossen haben
Mui Ne ist bekannt für Kitesurfen und seine roten und weißen Sanddünen. Nachdem wir Ersterem nicht mächtig sind und so ein Schnupperkurs gleich mal ein paar Hundert Dollar kostet, wollten wir uns die kleine Wüste ansehen. In Mui Ne keine gute Idee, wenn man es auf eigene Faust auf dem Motorrad versucht. 
Wir mussten zuerst der Polizei Schmiergeld zahlen (konnten zumindest noch einen Mengenrabatt herausholen), wurden dann noch auf der Tankstelle betrogen und - weil wir uns weigerten, fürs nicht-tanken zu zahlen - kurzerhand mit der Eisenstange bedroht. Es ging um lächerliche EUR 2,50! 
Wie wir im Nachhinein erfahren haben eine bekannte Masche hier, deshalb umso ärgerlicher!
Ansonsten haben wir die Zeit hier zum Relaxen und Wellen reiten genutzt (also die Wellen haben uns geritten haha).

Geschichtsunterricht in Saigon
In Saigon haben wir uns im District 1 bei MiMi einquartiert. Das "Cirka-Sieben-Mäderl-Haus" (Schwestern, Mamas, Töchter, Omis) war extrem mini und genauso verwinkelt, wie die Gassen davor, aber trotzdem haben es die Damen geschafft, dass es Charme versprüht und sogar noch eine (total unnötige ;-) ) Glasvitrine mit Stofftieren untergebracht. 
Wir haben es mit unseren Backpacks gerade so durch die Wendeltreppe geschafft :-P
Im Zimmer war es erstaunlich ruhig, denn ein paar Schritte weiter tobt das Nachtleben - mit einer Lautstärke, so was hat die Welt noch nicht gesehen! Bangkoks Partymeile scheint dagegen echt verschlafen!
Wir haben den Aufenthalt hier genutzt, um unser Wissen über Vietnams Kriege ein wenig aufzubessern. Es ist äußerst traurig und unfassbar, wie grausam der Mensch sein kann. Noch in 4. Generation leiden die Vietnamesen an den Folgen des Einsatzes von Chemiewaffen!
Ein Must-See sind auch die Tunnel in Cu Chi, in denen sich die Viet-Cong zu Kriegszeiten versteckten. Ganze Dörfer verschwanden in einem sehr ausgeklügelten System bis zu 20m (!) unter der Erde. Bambus wurde zB zur Belüftung eingesetzt, der "Dunstabzug" wurde versetzt, um unentdeckt zu bleiben.
Obwohl die Tunnel für Touristen erweitert wurden, sind sie noch immer extreeeeeem schmal. Wir haben 100m geschafft - in der Hocke, zum Teil auf allen Vieren - aber nur, weil wir halt auch nicht zu den Größten gehören ;-)
Dann waren wir noch im Wasserpuppentheater, was auch sehr nett und lustig war - must-see!

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