Big Update: Peru

(4 comments)

Wir sind also nach dem Ausflug zum Titicacasee nochmals nach La Paz
um die Chance den Huana Potosi zu bezwingen doch noch zu wahren.
Aber der Wetterbericht meldete wieder schlecht, und anstatt 2 Wochen zu
warten beschlossen wir weiter nach Cusco zu reisen.

Dort angekommen hatte ich wiedermal Fieber und Durchfall, und somit
ging es ab ins nächste Krankenhaus. Dort hat man sich über die Diagnose
des Krankenhauses in La Paz gewundert, und sofort begannen die Untersuchungen:
2 Bluttests, HIV Test und 4 Stuhlproben bedeutete für uns dem
Krankenhaus an 6 Tagen einen Besuch abzustatten. Leider ohne Ergebnis, 1
Woche Antibiotika und 2 Wochen lang Darmbakterien schlucken.

Wir beschlossen allerdings nicht bloss rumzusitzen und kauften uns das
Boleto Touristico: ab zu den üblichen Sehenswürdigkeiten Sacsayhuaman,
Salineras de Maras etc.

Cusco - am Hauptplatz:

Cusco

Danach war endlich wiedermal Trekking angesagt! Wir überlegten einige Zeit,
ob wir das alleine machen sollten oder mit Guide, entschlossen uns dann
für den Guide und das stellte sich als billiger, einfacher und lustiger heraus:
die Tour mit Essen und Übernachtung und Ticket für Machu Picchu war billiger
als wir alleine fürs Ausleihen vom Zelt + Essen bezahlt hätten. Ausserdem mussten wir kein Zelt und kein Kochequipment schleppen. Und das Beste: wir waren eine
äusserst lustige Truppe von jungen Leuten.


Der Trek führte uns in 4 Tagen über die Berge (höchster Punkt war der
Salkantay Pass mit 4600 Metern) und durch den Dschungel nach Aguas Calientes,
dem Örtchen bei Machu Picchu. Eine wichtige Notiz: wir sind beides Kaffeeliebhaber
und -kenner, aber in Grenadilla haben wir beide den besten Kaffee unseres Lebens
getrunken. Am 5. Tag war dann Machu Picchu am Programm.
Troz der Touristenmassen einfach ein must-see in Peru, eigentlich ganz
Südamerika. Immer noch beeindruckend und mystisch.

Machu Picchu bei Sonnenaufgang:

Machu Picchu

Danach kontaktierten wir Fredy für eine Dschungeltour in den Nationalpark Manu: ich
hatte vor 10 Jahren eine Tour mit ihm gemacht und war absolut begeistert.
So ergab es sich, dass wir wieder 5 Tage miteinander verbringen durften, und
es war für mich genauso spannend wie damals! Isa war auch recht begeistert,
für sie war alles neu. Mit Sichtungen von Tieren waren wir sehr erfolgreich,
Fredy weiss wirklich wann er wo sein muss und worauf man achten soll. Kaimane,
Capybaras, Macaos, Kapuzineraffen, grosse Spinnen, riesige Kröten und Frösche,
Tucans, Papageien, Oropendulas, Kolibris, Habichte, Cock-of-the-rock, Riesenameisen, Fledermäuse, Raupen, Schmetterlinge ... das haben wir alles gesehen! Und natürlich der Wald an sich ist einfach ein wunderbare Erfahrung! Ja, und am letzten Abend bin ich dann auch noch am Weg von der Küche in die Schlaf-Hütte über eine Schlange gestolpert - sie war aber ungiftig.

Ara im Nationalpark Manu:

Tja und so schnell kanns gehn und man ist 3 Wochen in Cusco: Zeit für einen
Tapetenwechsel und ab nach Arequipa! Die 12h Busfahrt über Nacht
war echt schlimm, der Busfahrer hatte vermutlich ein Zeitlimit: bei ständigem
Vollgas geben und starkem Bremsen war an Schlaf nicht zu denken.

In Arequipa wurde ich - naja, wiedermal - vom Fieber geplagt, 4 Tage lang: da
schmolz für uns die letzte Möglichkeit den 6000er doch noch zu knacken dahin.
Fieber am Berg - mehr brauchst echt net! Also beliessen wir es bei einer Tour in
den Colca Canyon um die Andenkondore zu sehen (und den Canyon natürlich) und
weniger herausfordernden Sights wie dem Nonnenkloster in Arequipa.

 

Arequipa - Colca Valley:

Colca valley

Dann zogen wir weiter nach Paracas: die Islas Ballestas mit tausenden
Vögeln - darunter Pinguine - und Seelöwen wollten wir uns nicht entgehen lassen.
Dort genossen wir auch unsere bisher beste Ceviche: roher Fisch mit viel
Zitronensaft, scharfer Sauce, Zwiebeln und Tomaten schmeckt hervorragend!

Für eine Nacht ging es dann nach Lima, das Schokomuseum ging sich trotzdem
aus. Seit Bolivien frage ich mich als Schokoliebhaber ernsthaft wo ich denn so gute
Schoki in Europa herbekomme, und der Besuch im Schokimuseum hat mir
nur noch mehr Angst gemacht dass ich auf diese Frage keine Antwort finde.
Naja, nur nicht die Hoffnung verlieren und durchkosten ;-)

Am nächsten Tag ging unser Flug nach Iquitos, der Hauptstadt im Dschungel
von Peru. Ja, wir wissen es natürlich dass das nicht gut für unsere CO2 Bilanz ist, aber Iquitos ist nur per mehrtages-Bootstour oder per Flug erreichbar.
Und hier gibt es Regen, uuuunglaublich wieviel Liter pro Quadratmeter pro Sekunde
der Himmel hergeben kann! Man hat das Gefühl die Stadt müsste jeden Augenblick
komplett absaufen.

In Iquitos war unser Ziel: let's survive the jungle! 4 Tage Amazonas waren angesagt.
Hier gings mit der Machete ab ins Dickicht, am Abend dann zu einem Nightwalk mit
Stirnlampe. Und ich sag euch was: hier gibts Insekten und Mosquitos! Viele! Sehr viele! Ach quatsch: alle! Und es war so unendlich heiss ... 29 Grad bei maximaler Luftfeuchtigkeit fühlen sich schlimmer an als 42 Grad im Schatten auf einem Festival in Ungarn - und ich weiss wovon ich rede! Das hat natürlich zur Folge dass das Mosquito-Repellent mit dem Schweiss quasi sofort runterrinnt. Aber wir sind ja gut ausgerüstet: ein stärkeres Mittel mit 50% DEET statt 15. Hatte leider dann bei mir massiven Ausschlag und verbrennungsähnliche Bläschen zur Folge. Das kam zum Problem, das wir mit unseren Füssen hatten hinzu ... das Klima in den Gummistiefeln nach mehreren Stunden in der Hitze produziert lästige juckende Dinge auf der
Haut. Aber das ist anscheinend normal ...

Sonnenuntergang am Amazonas:

Sonnenuntergang am Amazonas


Das Problem mit dem Moskitorepellent (entweder zu stark oder alle 15 Minuten
schmieren/sprayen) lösten wir indem wir uns einkleideten als wäre Winter. Das hat
zugegebenermassen das Gefühl der Hitze nicht gerade reduziert. Schweiss
schoss in Bächen entlang der Kleidung Richtung Gummistiefel hinab.
Es waren wirklich die härtesten Bedingungen die wir bisher erlebt haben, vor allem
weil man nichts gegen diese schwüle Hitze tun kann - vor den Mosquitos
hat man wenigstens nachts im Mosquitonetz Ruhe!


Beim Piranhafischen stahlen Isa und ich den anderen ein wenig die Show, wir
entpuppten uns als Experten. Wir sahen zudem beim Schwimmen im Amazonas
die rosa und grauen Delfine, besuchten Monkey Island wo mir ein wooly monkey
meine Brille stahl und machten frühmorgends und Abends Kanutouren.
Es war wieder ein toller Ausflug und trotz Ähnlichkeit zum Nationalpark Manu (dessen Fluss ja auch ein Zufluss vom Amazonas ist) doch anders. Wir sahen ein Faultier, die Riesenechsen Iguanas und Tegos, Taranteln, Eisvögel, Habichte, Reiher, Affen und die kleinen Tiki Affen, Eulen, Frösche und Kröten, Opossum, Piranhas und Sardinen, Papageien und Macaos, Schmetterlinge. Aber wegen der harten Bedingungen waren wir dann froh dass wir nach 4 Tagen wieder zurück nach Iquitos fuhren.

frischgefangener roter Piranha aus dem Amazonas:

Piranha

Dort genossen wir mit unseren neuen Reisebekanntschaften in einem Lokal
mit vielen Einheimischen das Halbfinale des Copa America, wo die Peruaner
die Chilenen mit 4:0 wegputzten. Grossartige Szenen, nicht nur am Fernseher,
sondern vor allem im Lokal. Südamerika lebt Fussball und das bekamen wir hier
wiedermal richtig zu spüren.

Als das Spiel zu Ende war drehte ganz Iquitos durch, und wir waren am Weg zum Hafen mittendrin:
unsere 13 Stunden Bootsfahrt von Iquitos nach Leticia (Kolumbien) startete um
Mitternacht. Kolumbien hat uns jetzt ;-) Obwohl: ein kleiner Abstecher über die
Grenze nach Brasilien muss natürlich sein, das Finale des Copa America lautet
Brasilien gegen Peru, und das wollen wir natürlich möglichst authentisch miterleben!

Fotos gibts etwas später ...

Comments

Chris K 2 months ago

Schade dass es mit dem Aufstieg nicht geklappt hat, hoffentlich bleibst jetzt gesund ;-)

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Robert 2 months ago

ja leider, a bissl wehmut fährt da mit... aber gesundheitstechnisch schauts wieder gut aus ;-)

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Chris K. 2 months ago

Na das ist eh das wichtigste..

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Robert 2 months ago

ja leider, a bissl wehmut fährt da mit... aber gesundheitstechnisch schauts wieder gut aus ;-)

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